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                                                      Der fröhliche Narr ist auch mal traurig




Volkmar Sowinsky ist der Präsident der Demitzer Narren. Und das seit fast 40 Jahren. Wie lange denn noch? „Bis ich 100 bin bestimmt nicht.“

Demitz-Thumitz. Unter dem ehrwürdigen Präsidentensacko mit seinen vielen Orden schlägt ein Herz für den Fasching. Fasching ist für Volkmar Sowinsky nicht nur, wenn er in seine Montur schlüpft und die Kappe trägt, die ihn noch größer macht. Fasching ist das ganze Jahr. In guten und in schweren Zeiten. Seit 1978 ist er der oberste Chef des Demitzer Karnevalsvereins und feiert mit all den Faschingsverrückten jetzt 60 Jahre Karneval am Schwarzwasser. Aus einer Bierlaune dreier Herren heraus feierten die Demitzer ab 1956 Fasching im Gasthof Kmoch und riefen fortan „Schwarzwasser ahoi“. Organisiert war die Truppe damals noch nicht, erst ab 1972 wurden die Karnevalisten zunächst im Dorfclub und später im Jugendclub integriert. So ergab es sich, dass Volkmar Sowinsky, von Hause ein humorvoller Charakter, als damaliger Jugendclubleiter bei den Karnevalisten mitmischte. Ein Jahr später gehörte er der Garde an.


Volkmar Sowinsky, gelernter Landmaschinenschlosser bei Fortschritt und viele Jahre lang Schlagzeuger in einer Band, war immer schon einer, der bestens organisieren und Leute für neue Ideen begeistern konnte – im Fasching und im Beruf. In den 1970er-Jahren bildete er sich als Clubleiter weiter und arbeitete ab 1985 im Kreiskabinett für Kulturarbeit beim Rat des Kreises Bischofswerda und absolvierte dabei ein Studium an der Fachschule für Clubleiter in Meißen. Er leitete „fachlich und methodisch“ die Ehrenamtlichen an, die sich in den Dorf-, Jugend- oder Karnevalsclubs engagierten. Wenn es galt Veranstaltungen zu planen, war Volkmar Sowinsky Ansprechpartner. Er war es gern unbürokratisch. Heute ist das nicht anders.


Sketche treffen ins Schwarze


Als Privatmann und Narrenpräsident eckte er auch an im sozialistischen System. Wie alle Narrenkollegen, die er über seinen Beruf kannte. „Natürlich saßen immer Stasi-Leute in all unseren Programmen. Immerhin waren es früher 18“, sagt Volkmar Sowinsky. Es kam jede Saison, wie es kommen musste: Hatten die Karnevalisten nach Auffassung der Oberen das System allzu sehr aufs Korn genommen und bloßgestellt, tanzte der Präsident zum Gespräch an. „Manche Programmteile sollten wir dann streichen“, so Sowinsky. Doch weil er wusste, dass die Leute gerade deshalb kamen und lachten, sorgte er dafür, dass die Witze meist dennoch ausgesprochen wurden. Wenn auch abgeschwächt. Überhaupt das Publikum: Es liebt die Demitzer Karnevalisten bis heute. Weil die Stimmung super ist und Programme immer professioneller, Kostüme und Requisiten immer ausgefallener und Tänze aufwendiger werden. Und Sketche immer ins Schwarze treffen. Zu DDR-Zeiten feierten jährlich insgesamt gut 5 500 Gäste mit den Demitzer Narren.


Mit der Wende kam alles anders. Für die Demitzer Narren und für den Mensch Volkmar Sowinsky. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitete er als künstlerischer Leiter im Schiebocker Kulturhaus, ab 2002 und bis zum Verkauf 2006 war er Geschäftsführer dort. Heute ist der 61-Jährige im Schulamt im Landratsamt Bautzen tätig, kümmert sich um die Möblierung von Klassenzimmern und managt Umbau und Umzüge von Schulen. Nach der Wende gründeten die Narren den Karnevalsclub Demitz eV. Ihm gehören Elferrat, Garde, Tanzmädchen und die Närrischen Weiber an. Gut 30 Mitglieder teilen sich in fünf Arbeitsgruppen für Programm, Dekoration, Büttenreden, Männerballett und Tanz auf. Nach einer großen Jubiläumsparty als Dankeschön für Helfer, Sponsoren und treue Fans in Demitz gibt es zehn Veranstaltungen im Medewitzer Landgasthof Buckan. „Die Leute mögen es beim Karneval eher eng und gemütlich, dann kommt richtig Stimmung auf.“ In der Jubiläumssaison blicken die Narren zurück auf ihre bewegten letzten 60 Jahre und die schönsten Momente. Das Motto – verraten wird es am 11.11. – lehnt sich daran an. Der Demitzer Volkmar Sowinsky ist stolz auf seine Truppe, die eine Menge Freizeit investiert, mit ihm gemeinsam Menschen wenigstens für einige Stunden glücklich zu machen. Er blickt vorm Jubiläum auch persönlich auf seine Jahre mit dem Karneval zurück.


Er half, schwierige Zeiten und traurige Schicksalsschläge zu verkraften. Wenn der Präsident der Narren davon erzählt, treten ihm Tränen in die Augen. Zum Lachen war im freilich nicht immer zumute. Und doch machte er weiter. „Eigentlich wollte ich 1978 als damaliger Prinz aufhören mit Fasching. Es kam anders.“


http://www.sz-online.de/nachrichten/der-froehliche-narr-ist-auch-mal-traurig-3536819.html


Närrische Party mit 500 Gästen

Der Demitzer Karnevalsclub feierte 60 Jahre Fasching. Ein Abend, der stolz machte und überraschte.














Demitz-Thumitz. Super war’s! „Es herrschte Bombenstimmung“, sagt Volkmar Sowinsky begeistert am Montag danach. Der Präsident des Demitzer Karnevalsclubs und seine Narren hatten am Sonnabend zur großen Geburtstagsparty anlässlich 60 Jahre Karneval am Schwarzwasser geladen – und 500 Gäste kamen ins Sport- und Freizeitzentrum. „Wir waren total ausgebucht“, sagt Sowinsky. Er ist stolz darauf, dass so viele Vertreter aus Politik, Gewerbetreibende, Sponsoren, befreundete Narren aus Hannover, ehemalige Vereinsmitglieder und treue Stammgäste mitfeierten. Vor allem sie wissen, dass mit den Demitzer Narren immer gut lachen ist. Das Extra-Programm zur Fete orientierte sich natürlich am diesjährigen Motto „60 Jahre KCD, was für ein Glück, im Wunschbriefkasten schauen wir zurück“. In den zehn Faschingsveranstaltungen wird der beliebte Wunschbriefkasten aus dem DDR-Fernsehen wieder geöffnet und das Best-Off der letzten 60 Jahre noch einmal auf die Bühne im Landgasthof Buckan geholt. Einen ersten Eindruck gab es am Sonnabend mit Erinnerungen, Schenkelklopfern und Szenenapplaus. Und einen ganz besonderen Überraschungsknüller, von dem vorab niemand wusste. „Vier ehemalige Funken zeigten uns ihren Meisterschaftstanz aus dem Jahre 1989 in Originalkostümen. Die Damen – heute alle um die 50 – haben ihn nochmals einstudiert und für tobenden Beifall gesorgt.


Demitzer Narren sind daran gewöhnt, dass die Veranstaltungen im Landgasthof Buckan jährlich ein Renner sind. Es sei die Mischung aus tollem Programm und gemütlicher Stimmung, die gut ankomme beim Publikum, sagt Volkmar Sowinsky. Für fünf Veranstaltungen sind die Karten ausverkauft. Stammgäste bestellen Tickets schon eine Saison im Voraus. Sputen sollte sich, wer mitlachen will. (Cm)


http://www.sz-online.de/nachrichten/naerrische-party-mit-500-gaesten-3545020.html